Hans van Manen, in Amstelveen geboren und am 17. Dezember 2025 in Amsterdam gestorben, erhält seinen ersten Ballettunterricht in den späten 1940er Jahren bei Sonia Gaskell. Sie nimmt ihn 1951 in ihre Gruppe »Ballet Recital« auf. Danach tanzt van Manen beim Ballett der Nederlandse Opera und bei Roland Petits Truppe »Les Ballets de Paris«. 1955 gibt er mit »Olé, Olé, la Margarita« sein Debüt als Choreograf. 1960 stößt er zum neugegründeten »Nederlands Dans Theater (NDT)« in Den Haag, wo er ab 1961 zusammen mit Benjamin Harkarvy und ab 1969 zusammen mit Glen Tetley die künstlerische Co-Leitung übernimmt. 1973 wird van Manen Hauschoreograf bei »Het Nationale Ballet«, von 1988 bis 2003 wirkt er dann in gleicher Funktion erneut beim »NDT«, ab 2005 dann nochmals bei »Het Nationale Ballet«. Van Manen choreografiert zudem für das »Scapino Ballet« in Rotterdam, das »Royal Ballet«, das »Wiener Staatsballett«, das »Stuttgarter Ballett« und das »Ballett am Rhein«. Er erhält zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »Deutschen Tanzpreis« (1993), den »Prix Benois de la Danse« für sein Lebenswerk (2005) und den von der Zeitschrift »tanz« erstmals vergebenen »Life-time Achievement Award« (2024). Seine Choreografien brechen oft mit Konventionen, etwa die gleichgeschlechtlich besetzten Duette in »Metaforen« (1965) und »Situation« (1970), das gemeinsam mit Glen Tetley geschaffene und auch Nacktheit einbeziehende Tanz-Film-Hybrid »Mutations« (1979) oder das Stück »Live« (1979) mit Kameraeinsatz.