Lieben Sie Gershwin? – Gastspiel entfällt!

Gauthier Dance // Dance Company Theaterhaus Stuttgart

Inhalt

ACHTUNG: Aufgrund der aktuellen Situation müssen leider die Vorstellungen dieses Tanzgastspiels entfallen. Weiter Informationen hier.

 

Eric Gauthier, künstlerischer Leiter von Gauthier Dance, beweist auch in Corona-Zeiten uneingeschränkte Kreativität und Flexibilität. Sein ambitioniertes Projekt »Swan Lakes« mit vier internationalen Choreograf*innen verschiebt er um ein Jahr und engagiert stattdessen Marco Goecke, Artist-in-Residence bei »Gauthier Dance«, ein Stück für seine Kompanie zu kreieren, das die aktuellen Abstandsregeln auf der Bühne berücksichtigt. Als ›Sparringspartner‹ hat er sich George Gershwin ausgesucht.

»Lieben Sie Gershwin?« ist eine Hommage an den großen nordamerikanischen Komponisten und Pianisten (1898-1937), der wie kaum ein anderer zwischen den Genres der E- und U-Musik wechselte: ein Abend, an dem mit Hits wie »Summertime«, »I Got Rhythm« oder »The Man I love« populäre Musical-Songs, aber ebenso Teile aus Orchesterwerken, wie zum Beispiel der erste Satz von Gershwins Klavierkonzert in F-Dur, vertanzt werden.

Berühmte Jazzinterpreten wie Sarah Vaughan oder Ella Fitzgerald haben den Songs von Gershwin ganze Platten gewidmet und seine Kompositionen immer wieder neu interpretiert. »Ich wusste nicht, wie gut unsere Songs sind, bevor ich Ella Fitzgerald hörte«, sagte Gershwins Bruder und Textschreiber Ira Gershwin viele Jahre nach dem Tod des Komponisten. Diese musikalisch und musikhistorisch bedeutende Rezeptionsgeschichte erlaubt es Goecke, eine persönliche Auswahl seiner Lieblingsinterpreten von Gershwins Musik zu treffen.

Gershwins Musical- und Filmmusiken haben auch eine starke visuelle Dimension. Sie evozieren Tänze wie Charleston, Cakewalk als getanzten Ragtime, Swing oder Stepptanz. Legendär sind Tänzer wie Fred Astaire, Ginger Rogers oder Gene Kelly, die Gershwins Musik in Filmklassikern in Bewegung umgesetzt haben.

Zu diesen wohlvertrauten Tänzen steht die Tanzsprache Marco Goeckes in größtmöglichem Kontrast. Es ist tatsächlich das erste Mal, dass Goecke sich der Musik eines Komponisten widmet, der »für die Füße komponiert«, wie Fred Astaire über Gershwin sagte. Da der Choreograf dafür bekannt ist, vor allem Arme und Oberkörper seiner Tänzer*innen in Vibration zu versetzen, darf man sich auf eine extrem spannungsreiche und originelle Begegnung freuen. Beide Künstler verbindet die, auch trotz widriger Umstände, nie verleugnete Lust am Leben durch die Kunst. Dass das Stück vor allem auf Soli und Zweierkombinationen basiert, ist eine Herausforderung, die sich aus den besonderen Umständen der Produktion dieses Stücks im Frühsommer 2020 erklärt.

 

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Besetzung

Choreografie Marco Goecke

Musik George Gershwin

Bühne und Kostüm Michaela Springer

Lichtdesign Udo Haberland

Dramaturgie Nadja Kadel

 

Tänzer*innen der Gauthier Dance // Dance Company Theaterhaus Stuttgart: Bruna Andrade, Louiza Avraam, Nora Brown, Anneleen Dedroog, Alessio Marchini, Barbara Melo Freire, Luca Pannacci, Garazi Perez Oloriz, Mark Sampson, Jonathan dos Santos, Sidney Elizabeth Turtschi, Theophilus Veselý
Gäste: Andrew Cummings, Izabela Szylinska

 

Choreografie

Marco Goecke

Pressestimmen

Sirene auf Abstand

Einsamkeit ist das Generalthema des Abends, ein salvenartiges Körperstakkato sein Schlüsselsignal. Die Finger zu Klauen gekrampft, die Handteller wie Abwehr- schirme gespreizt oder als Spiegelflächen vors Gesicht geklappt, kreist jedermann um sich allein. Ausnahmsweise schenkt Goecke auch den Beinen und Füßen große Aufmerksamkeit, bis hin zur virtuosen Stepptanznummer. Offensiv koppelt er Kicks, Kreise, Schlenzer und Sprünge an die Oberkörper-Artistik, die sein Markenzeichen ist: ein nervöses Kolibriflattern von elementarer Künstlichkeit. Mit dieser zarten, feingliedrigen und hochfrequenten Motorik lässt sich gleichwohl der ganze menschliche Seelenkontinent vermessen.

Die fünfzehnköpfige Performerschar von Gauthier Dance beherrscht dieses spe- zielle Register mit schlafwandlerischer Sicherheit. Längst vertritt das am Theaterhaus ansässige Kollektiv eine zeitgenössische Ballettästhetik auf internationalem Niveau.

Dorion Weickmann, Süddeutsche Zeitung 9.10.2020

 

Ticketkauf
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0221.221 28 400 0221.221 28 400

Mo. - Fr.: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa.: 11:00 - 18:00 Uhr

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