Impromptus

Sasha Waltz & Guests

Inhalt

Im Juni 2019 war Sasha Waltz mit »Kreatur« im StaatenHaus zu Gast. Jetzt kommt sie mit ihrem Ensemble »Sasha Waltz & Guests« zurück mit dem Tanzstück »Impromptus« aus dem Jahr 2004. Sie entwickelt dieses Stück als eine intime und tänzerische, in erster Linie auf die Bewegung in den Körpern und im Raum angelegte Choreografie. In der Auseinandersetzung mit der Musik von Franz Schubert entwirft Sasha Waltz eine weitgehend abstrakte und dennoch emotional aufgeladene Atmosphäre.

Sasha Waltz arbeitet in den Jahren vor der Uraufführung von »Impromptus« (2005) fast ausschließlich mit zeitgenössischer, für ihre Choreografien original komponierter, Musik. Die Komposition wurde dabei immer parallel zur Choreografie entwickelt. Der Umgang mit bereits existierender Musik verändert den Arbeitsprozess nachhaltig. So entscheidet sich Sasha Waltz von vornherein für eine formal definierte choreografische Gestaltung. Sie unternimmt nicht den Versuch, Schuberts Musik, die reich an eigenen Bildern ist, zu illustrieren, sondern sucht größtmögliche Einfachheit in der Umsetzung. Auf den Bilderreichtum Franz Schuberts reagiert Sasha Waltz mit einer choreografischen Zeichnung in den Raum. Die von der Musik angestoßene Emotion, die sich bei Schubert in sublimierter, unerfüllter Sehnsucht nach Glück und Harmonie zeigt, kommt in den Duetten am ausgeprägtesten zum Ausdruck, wenngleich das Thema die gesamte Choreografie durchzieht. Auch das in Schuberts Werk vielfach auftauchende Motiv des Wanderns greift Sasha Waltz auf. Der zu Heimatlosigkeit und Einsamkeit verdammte Wanderer ist, als Sinnbild des schöpferischen Menschen, der sich nicht von dieser Welt fühlt, Schuberts Alter Ego. Fortlaufende Rhythmen, die das Gehen und Wandern kompositorisch ausdrücken, durchziehen Schuberts Instrumentalwerk ebenso wie sein Liedschaffen. Die Choreografie nimmt diesen Faden auf und spinnt ihn in einer subtilen Rhythmik, die durch die Tänzer*innen hindurchläuft, weiter.

 

Franz Schubert komponierte die »Impromptus« (D.899/D.935), die zu seinen erfolgreichsten Klavierkompositionen gehören, 1827, ein Jahr vor seinem Tod in einer von Krankheit geprägten und dennoch äußerst schaffensreichen Phase, aus der auch die »Winterreise« stammt. Sie wurden von seinem Verleger zu einem Zyklus zusammenge- fasst und bekamen den Titel »Impromptus« (dt.: aus dem Stegreif), obgleich ihr inhaltlich-kompositorisches Niveau diese Bezeichnung keineswegs nahelegt. Beide Serien ähneln im Ablauf der Sonatensatzform und sind dennoch nicht notwendigerweise als Zyklus angelegt. Schubert ging es vielmehr darum, freie Stücke zu komponieren, die sowohl einzeln als auch zusammenhängend gespielt werden konnten.

»Keiner, der den Schmerz des Andern, und Keiner, der die Freude des Andern versteht! Man glaubt immer, zueinander zu gehen und man geht immer nur nebeneinander. O Qual für den, der dies erkennt!« (Franz Schubert in einer Tagebuchaufzeichnung).

Besetzung

Regie / Choreografie Sasha Waltz

Musik Franz Schubert

Bühne Thomas Schenk, Sasha Waltz

Kostüme Christine Birkle

Dramaturgie Jochen Sandig, Yoreme Waltz

 

Licht Martin Hauk

Tanz / Choreografie Maria Marta Colusi, Juan Kruz Diaz Garaio de Esnaola, Luc Dunberry, Michal Mualem, Sasa Queliz, Claudia de Serpa Soares, Xuan Shi

Choreografie

Sasha Waltz

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