On Body

RICHARD SIEGAL/BALLET OF DIFFERENCE UND SCHAUSPIEL KÖLN/TANZ KÖLN

Inhalt

Ein Tornado halsbrecherischer Pirouetten. Ballerinas auf Spitzenschuhen im Blitzlichtgewitter. Abstrakte Technobeats. Bei Richard Siegals neu gegründeter Kompanie »Ballet of Difference« begegnen sich klassische Ballett-Tradition, Contemporary Dance und Pop-Kultur auf Augenhöhe. Nach dem umjubelten Erfolg seines dreiteiligen Abends »My Generation« kehrt Richard Siegal mit »Ballet of Difference« zurück ins Kölner Schauspielhaus. Der neue Abend »On Body« beleuchtet den Körper aus unterschiedlichen Perspektiven: Als künstlerisches Ausdrucksmittel zwischen kultureller Codierung und künstlerischer Prägung, zwischen realer Präsenz und digitaler Repräsentation, sowie nicht zuletzt als Projektionsfläche kapitalistischer Aneignungsstrategien. Die drei Teile des Abends reflektieren nicht nur die ästhetischen Wendepunkte in der Karriere des US-Choreografen, sondern werfen auch einen Blick auf die Zukunft des Tanzes.

Ausgangspunkt des Abends ist das wegweisende Stück »UNITXT«, mit dem Richard Siegal 2013 seine Auseinandersetzung mit den Formen des Balletts begann. Die Choreografie »UNITXT«, die ursprünglich zusammen mit den Tänzer*innen des Bayerischen Staatsballetts entstanden war, oszilliert zwischen Techno-Club und Ballettsaal: Zu den abstrakten elektronischen Klängen Alva Notos spielt Siegal mit klassischen Techniken wie Spitzentanz, Konzepten der Symmetrie und des disziplinierten Körpers. Er dekonstruiert die einzelnen Elemente und unterzieht sie einer radikalen Neuperspektivierung aus dem Blickwinkel des zeitgenössischen Tanzes. Für den Abend »On Body« am Kölner Schauspielhaus erarbeitet Siegal »UNITXT« mit den radikal-individualistischen Tänzern seiner Kompanie »Ballet of Difference« neu.

Demgegenüber steht das 2017 entstandene Stück »BoD«, das als titelgebende Arbeit für »Ballet of Difference« programmatischen Charakter hat: Das erste Stück, das mit der neuen Kompanie entstand, kombiniert körperliche Ausdrucksformen unterschiedlicher ethnischer Traditionen und ästhetischer Sozialisierungen zu einem elektrisierenden Amalgam als Ausdruck einer kulturell reichen und in sich diversen Gegenwart. Zu den orientalischen Rhythmen von DJ Haram, einer in den USA lebenden Musikerin mit libanesischen Wurzeln, rotieren die BoD-Tänzer*innen durch den Raum und transformieren sich mit Hilfe der aufblasbaren Kostüme der New Yorker Modedesignerin Becca McCharen in immer neue Körperlichkeiten.

Den Höhepunkt des Abends markiert eine neue Arbeit Richard Siegals, die im Kontext der anderen beiden Choreografien zur Uraufführung gebracht wird. Im Rahmen seines »Made for Walking« legt Siegal den Fokus auf die subtilen Energieströme, die zwischen menschlichen Körpern zirkulieren. Kontrastierend zu den anderen beiden Stücken des Abends, in denen die Musik durch computergenerierte Sounds hergestellt wird und von außen den Rhythmus des Geschehens diktiert, steht bei »Made for Walking« die menschliche Stimme im Vordergrund. Hier wird der Körper zum Produzenten und Resonanzkörper von Klang, der einen intimen Raum zwischen den Tänzern schafft, der sowohl die Fragilität als auch die Unmittelbarkeit des Physischen akzentuiert.

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Eine Produktion von Richard Siegal/The Bakery und ecotopia dance productions.
Koproduziert mit Schauspiel Köln/Tanz Köln und Muffatwerk München.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Besetzung

UNITXT

Choreografie, Bühne, Licht und Video: Richard Siegal
Dramaturgie: Tobias Staab
Musik: Alva Noto
Objekte und Kostüme: Konstantin Grcic

BoD

Choreografie: Richard Siegal
Dramaturgie: Tobias Staab
Musik: DJ Haram
Lichtdesign: Gilles Gentner
Stylistin: Edda Gudmundsdottir
Kostüme: Chromat/Becca McCharen

Made for Walking

Choreografie und Kostüme: Richard Siegal
Dramaturgie: Tobias Staab
Komposition: Lorenzo Bianchi Hoesch
Lichtdesign: Gilles Gentner

Choreografie

UNITXT

Richard Siegal

BoD

Richard Siegal

Made for Walking

Richard Siegal

Pressestimmen

»Es gibt sie, diese Choreografien, bei denen man, wenn das Licht verlischt, wie ein Kind krähen möchte: „Noch mal!“ Noch mal das ganze Stück von vorn, nochmal diesen Tanzirrsinn, von dem man nur einen Bruchteil wahrnehmen konnte.«
Nicole Strecker, KSTA, 02/2018

»Das ist grell, schrill, banal bis virtuos, experimentierfreudig bis rauschhaft.«
Michael Zerban, O-TON, 02/2018

»Eine anspruchsvolle Choreographie, in der sich Siegal als Stilist präsentiert, der zwar in jeder Kreation mit neuen Ideen experimentiert, aber in seiner Auffassung der Tanzkunst immer als Meister der Sachlichkeit erkennbar bleibt.«
Thomas Linden, KÖLNISCHE RUNDSCHAU, 02/2018

Ticketkauf
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Mo. - Fr.: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa.: 11:00 - 18:00 Uhr

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